Cellar Selection – Idee und Konzept
Die grundsätzliche Idee unserer Cellar Selection sind Weine, die Geschichten erzählen, die einzigartig – und immer auch sehr limitiert sind. Das war das Credo, als wir im Mai 2023 mit den ersten drei Weinen der Cellar Selection herausgekommen sind. Weine, die es sonst nicht geben würde, weil sie nicht ins Sortiment des Winzers passen, er sie so nicht füllen würde oder einfach einzelne Fässer, die für uns etwas Besonderes sind. Die ganze Story finden Sie im Blog.
Weingut Niepoort
Im Douro, wo steile, terrassierte Schieferhänge in den Fluss fallen, schreibt die Familie Niepoort seit 1842 Weingeschichte – als unabhängiges Familiengut über sechs Generationen. 1987 übernahm Dirk van der Niepoort Verantwortung; heute arbeitet bereits die nächste Generation mit und führt das Haus in familiärer Kontinuität fort.
Das Terroir prägt den Charakter: harte Schieferböden, anspruchsvolle Steillagenarbeit und die Reife der Weine in kühlen Kellern. Traditionelle Handarbeit – bis hin zum Treten der Trauben in Granit‑Lagares – gehört weiterhin zum täglichen Handwerk.
Die Philosophie ist klar: Zeit als zentrales Leitmotiv, verbunden mit Respekt für Biodiversität, biodynamische Grundsätze und die Vielfalt der Böden und Rebsorten des Douro. So bewahrt Niepoort die Kultur der Region – und entwickelt sie behutsam weiter.
Niepoort Douro
1200 Flaschen der eleganten Cuvée wurden exklusiv vom Weingut Niepoort für den Kölner Weinkeller entwickelt. Ein frischer, „leicht funky“ schmeckender Weißwein mit langem Abgang – „ein Douro-Footprint! So soll er schmecken!“, wie Weingutchef Dirk Niepoort nicht ohne Stolz feststellt.
Ein Wein, der Terroir, Höhenlage und alte Reben beeindruckend vereint. Die Trauben stammen von mehr als 80 Jahre alten Rebstöcken auf etwa 600 Metern Höhe, gewachsen auf Glimmerschieferböden am rechten Ufer des Douro. Frische, Mineralität und die Balance zwischen Säure und Volumen prägen seinen Charakter.
Sein komplexes, mineralisches Bouquet mit Zitrusnoten, feinen Röstaromen und Kräutern sowie seine elegante Frische und der edle, salzige Nachhall verdanken sich auch dem behutsamen Herstellungsverfahren. Schonend und langsam erfolgt die Pressung. Der Most ruhte 24 Stunden, bevor die langsame alkoholische Gärung in französischen Eichenfässern begann. Anschließend reifte der Wein 18 Monate in Holzfässern und absolvierte die malolaktische Gärung vollständig.
Das Ergebnis ist ein konzentriert-frischer, lebendiger Weißwein, der sich im Food Pairing fein mit Meeresfrüchten, Geflügel, gegrilltem Gemüse oder gegrilltem Fisch macht.
Weingut Barone Ricasoli
Chef des legendären Castello di Brolio ist Francesco Ricasoli. Das Weingut ist ein Aushängeschild der Region Chianti Classico und mit sagenhaften 1.200 Hektar eines der größten und wichtigsten. Schon alleine die Familiengeschichte ist eine Story für sich – die ruhmreichen Wurzeln des waschechten Barons reichen bis in die Zeit Karls des Großen zurück – und die der Weine mindestens ebenso. Francesco Ricasoli hatte in seiner ersten Karriere als Werbefotograf für Furore gesorgt, ehe er zu Beginn der 1990er Jahre das traditionsreiche Familienweingut übernahm. 1997 startete er mit dem großen Chianti Castello di Brolio die Renaissance von Brolio und fünf Jahre später wurde das Castello di Brolio 2002 zu Italiens Weingut des Jahres gekürt. Rasant schrieben der Baron und sein Team die Erfolgsgeschichte weiter. Innovative Herausforderungen jeder Art werden mit Können und Fingerspitzengefühl gemeistert. Den KWK adelt Francesco Ricasoli durch die Zusammenarbeit in der Cellar Selection. Eigens für uns wurde „Il Colle“ kreiert.
Il Colle
Die Basis für die exorbitanten Weine wird mit den Aufgaben in den Weingärten geschaffen. Francesco Ricasoli beschreibt die akribische Arbeit bei jedem seiner Weine so: „Jeder Wein, den wir produzieren, hat eine einzigartige Persönlichkeit, trotz der gemeinsamen Herkunft aus demselben Gebiet. Das verdanken wir den vielfältigen Böden, Höhenlagen und Mikroklimata, die es uns ermöglichen, die wahre Natur des Brolio-Terroirs hervorzuheben.“ Diese Philosophie gilt selbstverständlich auch für den eigens für die Cellar Selection produzierten Wein mit dem Namen „Il Colle (der Hügel)“. Dieser Cabernet Sauvignon ist elegant und vielschichtig. Die Geschichte des Rotweins reicht weit zurück: Auf der Suche nach dem gewissen Etwas als Beitrag zur hauseigenen KWK-Kollektion stieß Francesco Ricasoli in einem „charmanten Dorf in der Nähe Brolios“ auf einen „sehr kleinen Weinberg“ auf seinem privaten Besitz. Dessen alte Reben, normalerweise nicht auf der Ricasoli-Weinkarte zu finden, wurden sorgfältig ausgewählt und für uns vinifiziert. Bei einer 18-monatigen Reifung im Tonneau-Fass entstand ein wahrer Genuss für Kenner. Kein klassischer Sangiovese, aber ein Wein mit frischer Zugänglichkeit, kraftvoll, mit feinkörnigen Tanninen und bemerkenswerter Tiefe und Länge. Ein Wein, der mit Haltung und eigener Handschrift überzeugt.
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Weingut Dr. Bürklin-Wolf
Was braucht es für einen exzellenten Riesling? Die Weine von Dr. Bürklin-Wolf geben die Antwort. Das Weingut zählt zu einem der besten in Europa. Und als wir im Kölner Weinkeller mit Geschäftsführer Steffen Brahner darüber sinnierten, wie ein Beitrag für unsere hauseigene Edition sein könnte, war Kellermeister Nicola Libelli sofort mit einer überragenden Idee zur Stelle: Réserve pérpétuelle. Knapp gefasst werden hier mehrere Jahrgänge in ein Fass gebracht. Das Ergebnis ist einzigartig – auch wegen der extremen Komplexität. Als „zehn Jahrgänge vermählt in einem Wein“ beschreibt Steffen Brahner das „flüssige Tagebuch eines Jahrzehnts“. Kühle Jahrgänge treffen auf warme, Terroir wie Basalt auf Buntsandstein. Die lange Reife prägt diesen Wein durch besonders feine Brioche-Aromen, flankiert von eleganter Cremigkeit. Die kühlen Jahrgänge stützen die Réserve durch feine, lebendige Säure, die „schon nach dem ersten Schluck Lust auf den nächsten macht“, wie Steffen Brahner sagt. Ein perfekter Essensbegleiter und eine animierende Rieslingalternative zu Champagner.
Reserve Perpetuélle 1/10
Dieser Wein zeichnet sich durch seine klare, strohgelbe Farbe und charakteristische Riesling-Aromen aus. Die Nase offenbart feinfruchtige Nuancen, die durch subtile Reifenoten bereichert werden. Am Gaumen kommen reife Fruchtaromen, insbesondere Apfel, zur Geltung, die harmonisch eingebunden sind. Mit einer soliden Struktur und trockenem Charakter besticht er durch einen langen Abgang, während der Nachhall von angenehm reifer Frucht geprägt ist.
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Weingut Markus Molitor
Was Markus Molitor über Wein weiß, hat er von der Pike auf bereits bei seinem Vater gelernt. Er war dessen rechte Hand. Nicht nur im übertragen Sinn, sondern wortwörtlich. Vater Molitor hatte bei einem Unfall seinen rechten Arm verloren. Mitte der 1980er Jahre übernahm Markus Molitor den Betrieb in der achten Genration. Sein Ziel: „Meine Weine sollten mit extrem lagentypischen und lagerfähigen Weinen an die goldenen Zeiten des Rieslings von der Mosel anknüpfen.“ Das ehrgeizige Ziel hat er erreicht. Er gilt als der Riesling-Botschafter, seine Arbeit hat das Image dieses Weines nachhaltig – vor allem im Ausland – geprägt.
Pinot Noir Vieille Vigne
„2019 war alles perfekt“, sagt Markus Molitor zu seinem fabelhaften Saar Pinot Noir. 1992 wurden die Rebstöcke am unteren Ende des Ockfener Bocksteins gesetzt. Dieser Untergrund macht den Wein besonders komplex, gibt ihm zum schiefertypischen Grafitduft eine burgundische tiefe Frucht. Der Wein ist elegant und komplex und bringt neben den feinen roten Früchten, Kräuternoten und der frischen, lebendigen Säure eine einzigartige Schiefernote mit sich. Ein Burgunder auf Grand Cru-Niveau mit Potential.
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Weingut Maximin Grünhaus
Wein war im antiken Rom extrem populär. In mancher der Prunkvillen sprudelte er direkt aus den Brunnen. Die Weinbergsgeschichte des Weinguts Maximin Grünhaus erinnert an diese Historie. Die Grünhauser Weinberge gehören zu den ältesten durchgängig bewirtschafteten Weinbergen nördlich der Alpen – wahrscheinlich betrieben bereits besagte Römer hier Weinbau. In sechster Generation ist Maximin von Schubert Chef des renommierten Betriebs. Zu den Lagen gehört der Abtsberg, einer der berühmtesten Lagen überhaupt. „Für uns zählt zum Begriff ‘Terroir’ nicht nur die Herkunft, die Bearbeitung und der Mensch, sondern auch der Vorgang der Gärung, der die individuelle Typizität des Weines entstehen lässt.“ So ist es auch diesen wilden Hefestämmen zu verdanken, dass die Rieslinge aus Maximin Grünhaus zu den unverwechselbarsten Weinen der Welt zählen.
Gams Riesling Kabinett
Der Wein ist nach dem steilsten Hang des Abtsbergs benannt, von dem Maximin von Schubert 2023 einen Wein der Sonderklasse erntete. Er zeichnet sich durch eine präzise und lebendige Säure aus. In Kombination mit einer überaus komplexen Frucht, Mineralität und tänzelnder Leichtigkeit ist er etwas ganz Besonderes. Für uns ist der Gams eine Visitenkarte, eine Referenzwein der oft zu Unrecht belächelten Kategorie Kabinett. Große Lagen- und Rebsortentypizität, sehr lang, komplex und trotzdem verführerisch und mit enormen Entwicklungspotential.
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Weingut Neumeister
In Straden im Vulkanland Steiermark befindet sich seit drei Generationen das Weingut Neumeister, dessen Chef Christoph Neumeister seit 2008 ist. Bereits seine Eltern Anna und Albert schrieben eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, etwa mit der Eröffnung des zum Weingut gehörenden Restaurants und Hotels. Top-Winzer Christoph Neumeister exportiert seine Weine in etwa 100 Länder, ist weltweit in den besten Restaurants zu bekommen. Der Erfolg aber lässt ihn nicht abheben. Frei von Allüren betreibt er beispielsweise weiterhin seinen „Ab Hof“-Verkauf als Erinnerung an einen traditionellen Burschenschank.
Ried Saziani Morillon
„Saziani“ ist auf dem Weingut Neumeister Dreh- und Angelpunkt. So lautet das Hotel-Restaurant, so heißt der Hausweinberg. Überwiegend steht hier Grauburgunder, am Aussichtspunkt auch Chardonnay. Letzteren bezeichnet Christoph Neumeister als „Weinwahnsinn“, der etwas für „Weinfreaks“ ist. Es ist ein Chardonnay mit nur 13,2 Prozent Alkohol bei 6,6 Gramm Säure und einem langen, salzigen Finish, wie man ihn im Burgund suchen muss. „Nur wenig Reduktion, leichte Phenolik, ein Wein zum Beißen und für den Keller“, beschreibt ihn der Winzer.
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Weingut Lichtenberger González
Fusionieren Burgenland und Galizien weintechnisch, entsteht Avantgardistisches. So ließe sich die großartige Arbeit des Ehepaares Martin und Adriana Lichtenberger González beschreiben. Beide verstehen sich als „Handwerker aus Überzeugung und mit Leidenschaft“, die die Aufgaben in uralten Weingärten auf Böden von reinem Kalk und Schiefer „langsam, geduldig und von Hand“ absolvieren. Ihre Weine sind eine Klasse für sich und vor allem international bei jungen Sterneköchen absolut angesagt.
Ried Weiern Blaufränkisch
Möglichst ausdrucksstarke und natürliche Weine auf die Flasche zu bringen, ist das grundsätzliche Ziel von Adriana González und Martin Lichtenberger. Exemplarisch dafür ist der Ried Weiern Blaufränkisch, der sich als „spannend, intensiv und finessenreich“ auf den Punkt bringen lässt. Die Rebsorte Blaufränkisch hat das Winzerpaar quasi aus dem Dornröschenschlaf geküsst, die Trauben werden von Hand gelesen und vorsichtig entrappt – und dann braucht es extreme Geduld. Nach zwei Jahren auf der Feinhefe zeigt sich der Wein komplex und spannend, am Gaumen extrem charmant mit weichen Tanninen.
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Weingut Georg Breuer
Ihre unverwechselbare Persönlichkeit spiegelt sich auch in den Weinen wider. Theresa Breuer ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen und genauso sind auch ihre Weine. Ganz und gar in sich ruhende, niemals laute, aber absolut präzise Weine. Wenn jemand fragt, welchen Riesling er probieren soll, um das Abbild großer, deutscher Winzerkunst zu kosten, dann rufen wir, ohne zu zögern: „Breuer!“ Nicht nur die Weine aus den angestammten Lagen in Rüdesheim und Rauenthal stehen strahlend für sich, sondern auch die aus den kürzlich ins Weingut gekommenen Lagen in Lorch. Klassisch und sensationell zugleich.
Riesling Kapellenberg
Ein rundum harmonischer Riesling, der aus der Kraft der Lage mit ihrem Löß-Schiefer-Boden schöpft und dazu die Frische des Jahrgangs kombiniert. Heimisches Obst und süße Zitrusfrucht sowie leichte Töne von Fenchelgrün und frischem Heu steigen in die Nase. Saftig am Gaumen mit einer gut eingebundenen Säure, die für Trinkfluss und Charakter sorgt. Rheingau-Riesling, wie er perfekter nicht sein könnte.
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Weingut A.Christmann
Seit Tochter Sophie Christmann in das Weingut eingestiegen ist, geht es mit Vollgas auf der Überholspur in Richtung Burgund. Sophie hat vor allem für die Rotweine aus Spätburgunder keinen Stein auf dem anderen gelassen und ihre Leidenschaft und ihr intuitives Verständnis für Pinot Noir eingebracht. Das Ergebnis: schon jetzt sind die Rotweine auf einem ganz neuen Niveau, nah an den grandiosen Rieslingen des Weinguts – dabei steht Sophie erst am Anfang ihrer Winzerkarriere. Gemeinsam mit ihrem Vater hat sie das Portfolio des Weinguts radikal verkleinert, es gibt nur noch Lagenweine und für jede Rebsorte einen Second Vin, den „Aus den Lagen“. Wir haben sie trotzdem überzeugen können, dass das Fass mit Spätburgunder aus dem Naulott, den ihr Opa gepflanzt hat, eine eigene Abfüllung verdient hat.
Spätburgunder Naulott
Ein Pinot, wie er feiner und hedonistischer kaum sein könnte. Die Frucht spielt die Hauptrolle, sie ist faszinierend komplex und vielfältig, changiert zwischen Brombeere, Schlehe, Cassis, Schwarzkirsche… Mit jedem Mal steht ein anderer Aspekt im Vordergrund dieses Genuss-Wunders. Holznoten und erdige Töne geben Tiefe. Aber am liebsten möchte man sich gar nicht allzu lange mit der Nase aufhalten, sondern trinken! Und der Naulott hält, was er verspricht, nämlich Pinot-Vergnügen auf höchstem Niveau.
Wein kaufen Auch als Magnum verfügbar
Weingut Von Winning
Seit der (Neu-)Gründung steht das Weingut Von Winning für ein radikales Umdenken und kompromissloses Qualitätsstreben. Stephan Attmann hat mit seinen deutlich von Holz geprägten Weißweinen einen neuen, ikonischen Stil geschaffen. Sein Händchen, für Holzeinsatz, nie hintergründig, aber zugleich nie aufgesetzt, prägt die Arbeit im Weingut bei Riesling genau wie anderen Sorten. Besonders faszinierend ist dieser Stil bei den Sauvignon Blancs aus dem Weingut. Hierzulande sonst gern ohne Holz oder nur subtilstem Einfluss ausgebaut, geht Attmann hier ganz unverfroren zu Werk und schafft richtig kühne Sauvignon Blancs, die auch für den abenteuerlustigen Genießer einiges zu bieten haben.
Sauvignon Blanc Paradies
Ganz ehrlich, wenn wir diesen Wein blind vorgesetzt bekommen hätten, wir wären jede Wette eingegangen, dass der Paradies aus Frankreich stammt. Dieses stimmige Miteinander von Kraft, Expressivität und Trinkfluss erwartet man sonst eher bei den Nachbarn. Eine anregende Aromatik mit reifer, tropischer Frucht, mit Mango und etwas Streichholz, Kräutern und leicht darüber schwebender Vanille. Da sind angenehme Säure und Mineralität, alles sitzt am richtigen Fleck. Wie geschaffen als Speisenbegleiter und gerade erst am Anfang seiner langen Lebensspanne.
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Cellar Selection – Idee und Konzept
Die grundsätzliche Idee unserer Cellar Selection sind Weine, die Geschichten erzählen, die einzigartig – und immer auch sehr limitiert sind. Das war das Credo, als wir im Mai 2023 mit den ersten drei Weinen der Cellar Selection herausgekommen sind. Weine, die es sonst nicht geben würde, weil sie nicht ins Sortiment des Winzers passen, er sie so nicht füllen würde oder einfach einzelne Fässer, die für uns etwas Besonderes sind. Die ganze Story finden Sie im Blog.
Weingut Markus Molitor
Was Markus Molitor über Wein weiß, hat er von der Pike auf bereits bei seinem Vater gelernt. Er war dessen rechte Hand. Nicht nur im übertragen Sinn, sondern wortwörtlich. Vater Molitor hatte bei einem Unfall seinen rechten Arm verloren. Mitte der 1980er Jahre übernahm Markus Molitor den Betrieb in der achten Genration. Sein Ziel: „Meine Weine sollten mit extrem lagentypischen und lagerfähigen Weinen an die goldenen Zeiten des Rieslings von der Mosel anknüpfen.“ Das ehrgeizige Ziel hat er erreicht. Er gilt als der Riesling-Botschafter, seine Arbeit hat das Image dieses Weines nachhaltig – vor allem im Ausland – geprägt.
Pinot Noir Vieille Vigne
„2019 war alles perfekt“, sagt Markus Molitor zu seinem fabelhaften Saar Pinot Noir. 1992 wurde die Rebstöcke am unteren Ende des Ockfener Bocksteins gesetzt. Dieser Untergrund macht den Wein besonders komplex, gibt ihm zum schiefertypischen Grafitduft eine burgundische tiefe Frucht. Der Wein ist elegant und komplex und bringt neben den feinen roten Früchten, Kräuternoten und der frischen, lebendigen Säure eine einzigartige Schiefernote mit sich. Ein Burgunder auf Grand Cru-Niveau mit Potential.
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Weingut Maximin Grünhaus
Wein war im antiken Rom extrem populär. In mancher der Prunkvillen sprudelte er direkt aus den Brunnen. Die Weinbergsgeschichte des Weinguts Maximin Grünhaus erinnert an diese Historie. Die Grünhauser Weinberge gehören zu den ältesten durchgängig bewirtschafteten Weinbergen nördlich der Alpen – wahrscheinlich betrieben bereits besagte Römer hier Weinbau. In sechster Generation ist Maximin von Schubert Chef des renommierten Betriebs. Zu den Lagen gehört der Abtsberg, einer der berühmtesten Lagen überhaupt. „Für uns zählt zum Begriff ‘Terroir’ nicht nur die Herkunft, die Bearbeitung und der Mensch, sondern auch der Vorgang der Gärung, der die individuelle Typizität des Weines entstehen lässt.“ So ist es auch diesen wilden Hefestämmen zu verdanken, dass die Rieslinge aus Maximin Grünhaus zu den unverwechselbarsten Weinen der Welt zählen.
Gams Riesling Kabinett
Der Wein ist nach dem steilsten Hang des Abtsbergs benannt, von dem Maximin von Schubert 2023 einen Wein der Sonderklasse erntete. Er zeichnet sich durch eine präzise und lebendige Säure aus. In Kombination mit einer überaus komplexen Frucht, Mineralität und tänzelnder Leichtigkeit ist er etwas ganz Besonderes. Für uns ist der Gams eine Visitenkarte, eine Referenzwein der oft zu Unrecht belächelten Kategorie Kabinett. Große Lagen- und Rebsortentypizität, sehr lang, komplex und trotzdem verführerisch und enormen Entwicklungspotential.
Wein kaufen
Weingut Neumeister
In Straden im Vulkanland Steiermark befindet sich seit drei Generationen das Weingut Neumeister, dessen Chef Christoph Neumeister seit 2008 ist. Bereits seine Eltern Anna und Albert schrieben eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, etwa mit der Eröffnung des zum Weingut gehörenden Restaurants und Hotels. Top-Winzer Christoph Neumeister exportiert seine Weine in etwa 100 Länder, ist weltweit in den besten Restaurants zu bekommen. Der Erfolg aber lässt ihn nicht abheben. Frei von Allüren betreibt er beispielsweise weiterhin seinen „Ab Hof“-Verkauf als Erinnerung an einen traditionellen Burschenschank.
Ried Saziani Morillon
„Saziani“ ist auf dem Weingut Neumeister Dreh- und Angelpunkt. So lautet das Hotel-Restaurant, so heißt der Hausweinberg. Überwiegend steht hier Grauburgunder, am Aussichtspunkt auch Chardonnay. Letzteren bezeichnet Christoph Neumeister als „Weinwahnsinn“, der etwas für „Weinfreaks“ ist. Es ist ein Chardonnay mit nur 13,2 Prozent Alkohol bei 6,6 Gramm Säure und einem langen, salzigen Finish, wie man ihn im Burgund suchen muss. „Nur wenig Reduktion, leichte Phenolik, ein Wein zum Beißen und für den Keller“, beschreibt ihn der Winzer.
Wein kaufen
Weingut Lichtenberger González
Fusionieren Burgenland und Galizien weintechnisch, entsteht Avantgardistisches. So ließe sich die großartige Arbeit des Ehepaares Martin und Adriana Lichtenberger González beschreiben. Beide verstehen sich als „Handwerker aus Überzeugung und mit Leidenschaft“, die die Aufgaben in uralten Weingärten auf Böden von reinem Kalk und Schiefer „langsam, geduldig und von Hand“ absolvieren. Ihre Weine sind eine Klasse für sich und vor allem international bei jungen Sterneköchen absolut angesagt.
Ried Weiern Blaufränkisch
Möglichst ausdrucksstarke und natürliche Weine auf die Flasche zu bringen, ist das grundsätzliche Ziel von Adriana González und Martin Lichtenberger. Exemplarisch dafür ist der Ried Weiern Blaufränkisch, der sich als „spannend, intensiv und finessenreich“ auf den Punkt bringen lässt. Die Rebsorte Blaufränkisch hat das Winzerpaar quasi aus dem Dornröschenschlaf geküsst, die Trauben werden von Hand gelesen und vorsichtig entrappt – und dann braucht es extreme Geduld. Nach zwei Jahren auf der Feinhefe zeigt sich der Wein komplex und spannend, am Gaumen extrem charmant mit weichen Tanninen.
Wein kaufen
Weingut Georg Breuer
Ihre unverwechselbare Persönlichkeit spiegelt sich auch in den Weinen wider. Theresa Breuer ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen und genauso sind auch ihre Weine. Ganz und gar in sich ruhende, niemals laute, aber absolut präzise Weine. Wenn jemand fragt, welchen Riesling er probieren soll, um das Abbild großer, deutscher Winzerkunst zu kosten, dann rufen wir, ohne zu zögern: „Breuer!“ Nicht nur die Weine aus den angestammten Lagen in Rüdesheim und Rauenthal stehen strahlend für sich, sondern auch die aus den kürzlich ins Weingut gekommenen Lagen in Lorch. Klassisch und sensationell zugleich.
Riesling Kapellenberg
Ein rundum harmonischer Riesling, der aus der Kraft der Lage mit ihrem Löß-Schiefer-Boden schöpft und dazu die Frische des Jahrgangs kombiniert. Heimisches Obst und süße Zitrusfrucht sowie leichte Töne von Fenchelgrün und frischem Heu steigen in die Nase. Saftig am Gaumen mit einer gut eingebundenen Säure, die für Trinkfluss und Charakter sorgt. Rheingau-Riesling, wie er perfekter nicht sein könnte.
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Weingut A.Christmann
Seit Tochter Sophie Christmann in das Weingut eingestiegen ist, geht es mit Vollgas auf der Überholspur in Richtung Burgund. Sophie hat vor allem für die Rotweine aus Spätburgunder keinen Stein auf dem anderen gelassen und ihre Leidenschaft und ihr intuitives Verständnis für Pinot Noir eingebracht. Das Ergebnis: schon jetzt sind die Rotweine auf einem ganz neuen Niveau, nah an den grandiosen Rieslingen des Weinguts – dabei steht Sophie erst am Anfang ihrer Winzerkarriere. Gemeinsam mit ihrem Vater hat sie das Portfolio des Weinguts radikal verkleinert, es gibt nur noch Lagenweine und für jede Rebsorte einen Second Vin, den „Aus den Lagen“. Wir haben sie trotzdem überzeugen können, dass das Fass mit Spätburgunder aus dem Naulott, den ihr Opa gepflanzt hat, eine eigene Abfüllung verdient hat.
Spätburgunder Naulott
Ein Pinot, wie er feiner und hedonistischer kaum sein könnte. Die Frucht spielt die Hauptrolle, sie ist faszinierend komplex und vielfältig, changiert zwischen Brombeere, Schlehe, Cassis, Schwarzkirsche… Mit jedem Mal steht ein anderer Aspekt im Vordergrund dieses Genuss-Wunders. Holznoten und erdige Töne geben Tiefe. Aber am liebsten möchte man sich gar nicht allzu lange mit der Nase aufhalten, sondern trinken! Und der Naulott hält, was er verspricht, nämlich Pinot-Vergnügen auf höchstem Niveau.
Wein kaufen Auch als Magnum verfügbar
Weingut Von Winning
Seit der (Neu-)Gründung steht das Weingut Von Winning für ein radikales Umdenken und kompromissloses Qualitätsstreben. Stephan Attmann hat mit seinen deutlich von Holz geprägten Weißweinen einen neuen, ikonischen Stil geschaffen. Sein Händchen für Holzeinsatz, nie hintergründig, aber zugleich nie aufgesetzt, prägt die Arbeit im Weingut bei Riesling genau wie anderen Sorten. Besonders faszinierend ist dieser Stil bei den Sauvignon Blancs aus dem Weingut. Hierzulande sonst gern ohne Holz oder nur subtilstem Einfluss ausgebaut, geht Attmann hier ganz unverfroren zu Werk und schafft richtig kühne Sauvignon Blancs, die auch für den abenteuerlustigen Genießer einiges zu bieten haben.
Sauvignon Blanc Paradies
Ganz ehrlich, wenn wir diesen Wein blind vorgesetzt bekommen hätten, wir wären jede Wette eingegangen, dass der Paradies aus Frankreich stammt. Dieses stimmige Miteinander von Kraft, Expressivität und Trinkfluss erwartet man sonst eher bei den Nachbarn. Eine anregende Aromatik mit reifer, tropischer Frucht, mit Mango und etwas Streichholz, Kräutern und leicht darüber schwebender Vanille. Da sind angenehme Säure und Mineralität, alles sitzt am richtigen Fleck. Wie geschaffen als Speisenbegleiter und gerade erst am Anfang seiner langen Lebensspanne.
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