Frisch eingetroffen

Jochen Dreissigackers Weine sind von einzigartiger Stilistik und Finesse. Der Winzer und seine Produkte sind ein Begriff für deutsche Spitzenklasse. Was den Dreissigacker-Kosmos definiert, wie der Spagat zwischen Tradition, Innovation und Ökologie gelingt und warum für einen eigentlich ungeduldigen Menschen Zeit, Tiefe und Hingabe das Nonplusultra für fabelhafte Weine sind, lesen Sie hier.

Geradezu hymnisch werden die Weine von Jochen Dreissigacker beschrieben. Die Produkte dieses Winzers mischen ganz oben in der Champions League mit, haben längst ihren Platz in Rankings und etwa der Sterne-Gastronomie gefunden. Im Kölner Weinkeller freuen wir uns entsprechend über die Neuzugänge. Denn Dreissigacker-Weine folgen keinem bekannten Muster oder Stereotyp. Die Kreszenzen sind eine Liga für sich.
„Ich habe ein Riesenfaible für Riesling und mag den möglichst trocken“, erklärt der Winzer Grundsätzliches. Klare Struktur und feine Mineralität sind kennzeichnend, charmant sind die Weine – ohne gefallen zu wollen. Auch das ist typisch: Dreissigackers haben Charakter. „So lange auf dem Etikett mein Name notiert ist, muss alles stimmen“, beschreibt der Winzer seinen Qualitätsanspruch. Und der ist hoch, „Kompromisse sind keine Option“.


Knackiger Chardonnay und eleganter Burgunder

Mit 20 Jahren stieg er ins von seinen Eltern aufgebaute Unternehmen ein. Drei Jahre hat er gebraucht, so berichtet er mit grinsendem Unterton, 70 Prozent der von seinen Eltern im Weingut aufgebauten Kundschaft zu vergraulen. Denn die setzten auf damals Gängiges, Jochen Dreissigacker aber krempelte rigoros um, „ich wollte immer trockene Weine“. Gleichzeitig setzte er mit seinem Einstieg auf Zukunftsthemen. Zunächst Bio, dann biodynamischen Ausbau, Spontangärung und seinem Credo „es braucht nichts außer guten Trauben“ – und deren perfekten Lesezeitpunkt. Was er damals definierte, setzen das Team und er weiterhin um und schreiben es perspektivisch fort. „Unser Weinstil ist, Beeren und Böden schmeckbar zu machen“, mit „jedem Tag, jedem Monat und jedem Jahr setzen wir das um“. Mit „wir“ meint er Könner und Idealisten, ein „hochmotiviertes Team, Mitarbeitende, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Motiviert zu sein ist noch wichtiger, als beispielsweise ein gutes Zeugnis im Bewerbungsschreiben abzuliefern.“ Jochen Dreissigacker ist Feuer und Flamme für seine vielfältigen Aufgaben: „Ich brenne für meinen Job.“


Leidenschaft, Innovation, Einzigartigkeit

Leidenschaft ist für den engagierten Winzer eine „elementare Zutat. Mein Ziel vor Augen kann ich dann über Grenzen gehen.“ Perfektion will er im Betrieb nicht, ebenso wenig wie Stillstand, „denn das wäre ein Rückschritt“. Mitreißen und vorleben, was im Job wichtig ist, sind seine Sache. Denn dieses „Lust haben und Dampf in sich spüren übertragen sich aufs Team“.
Er weiß, wovon er spricht. Bevor er als Zwanzigjähriger ins elterliche Unternehmen einstieg, musste er – auf Wunsch seiner Eltern – eine Ausbildung zum Steuerfachmann absolvieren. „Sie sahen mich nicht im Weingut. Ich mich sehr wohl. Also habe ich ihnen ein Versprechen abgenommen: Ich erfülle ihren Wunsch – und darf mich dann als Winzerlehrling bewerben.“ Nullkommanull bereute er jemals diesen Deal, „beim Steuerberater fragte ich mich immer, wann es endlich 17 Uhr ist und ich gehen kann“. Jetzt ist er der Erste, der im Unternehmen am Start ist, und „möglichst der Letzte, der Feierabend macht“. Im Herbst, wenn an allen Stellen zwischen Weinbergen und Keller gleichzeitig maximal zu tun ist, eine überaus anspruchsvolle Anforderung, „da müsste ich eigentlich überall gleichzeitig sein“.


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Zeit als Faktor für Qualität

„Winzer zu sein, hat unfassbar viel damit zu tun, Geduld zu haben“, leitet er zu einem Lieblingsthema über. Die Rebstöcke und ihre tiefe Verwurzelung, die Beeren und ihr Wachstum und das fortwährende Prüfen und Probieren, Schmecken und Abwarten auf den korrekten Lesezeitpunkt. Wie ein Tüftler werden dazu bei Dreissigacker im Weinberg immer wieder Beeren genommen, als Saft gepresst, verkostet, ehe dann der optimale Zeitpunkt für die finale Lese bestimmt wird. Dieses aufwendige Prozedere ist Grundlage für die Qualität und Einzigartigkeit. „Wir sind ein Familienunternehmen. Eine eigene DNA, also einen eigenen Stil zu haben, ist elementar.“


Vitale Böden und Weinberge

Um diesen Qualitätsanspruch zu gewährleisten, sind neben Kompetenz der Mut zur Weiterentwicklung gefragt. „Historie modernisieren und Weinbau teilweise neu zu erfinden gehören dazu“, sagt er über Voraussetzungen für Top-Weinqualität. Vor allem aber braucht es „vitale Böden und lebendige Weinberge und einen ökologischen Weinbau“ im Einklang mit der Natur. Der sogenannte sanfte Rebschnitt wird genutzt und weiterentwickelt, eigener Kompost als Nährstoffspeicher wird verwendet und so gearbeitet, dass die Reben nebst Wurzelwerk ein gesundes Umfeld haben. „Demut wird bei uns großgeschrieben“, sagt Jochen Dreissigacker auch mit Blick auf rapide Klimaveränderungen und extremes Wetter. „Vor den Kapriolen lassen sich die Beeren nicht schützen“, 2024 war ein solches „herausforderndes Jahr“ mit Frühjahrsfrost und zu viel Regen. Aber auch diesen Jahrgang wird das Dreissigacker-Team qualitativ spürbar machen. „Wir wollen daraus ein herausragendes Jahr machen.“


Weine mit Wow-Effekt

Weine auf die Flasche zu bringen, ist hier ein Kosmos für sich. Eleganz, Aromatik und ein eigener Stil kennzeichnen die Weine. Und so etwas wie eine noble Zurückhaltung. „Wir verstehen uns nicht als Alkoholproduzenten, wir wollen mit unseren Weinen Momente zu etwas Besonderem machen.“ Deshalb eigenen sich Chardonnay, Grauburgunder und Co. perfekt als Solisten oder sensationelle Ergänzung zu Essen.

 

 

UNSERE DREISSIGACKER EMPFEHLUNGEN

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